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Jeden Tag geht die Fläche von 125 Fußballfeldern verloren…

Deutschland ist mit hervorragenden Bodenqualitäten ausgestattet. Boden ist nicht vermehrbar und deshalb der wichtigste Produktionsfaktor für die Landwirte. Die Endlichkeit der Fläche wird von Planern und Politikern nicht wahrgenommen. Über landwirtschaftliche Fläche wird häufig gedankenlos verfügt. Wie lange können wir uns das noch leisten?

Landwirtschaft und Umwelt Täglicher Flächenverbrauch in Deutschland

Ressource „Boden“ – Flächenverbrauch über 100 ha/Tag  

Laut Bundesamt für Statistik nimmt die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland stetig ab.
Jeden Tag
gehen 100 ha Landfläche, das entspricht in etwa 125 Fußballfeldern, der Landwirtschaft unwiederbringlich verloren. Aktuell ist gerade die 17 Mio.-Hektar-Marke unterschritten worden. Nur noch 16,8 Mio. Hektar (47,4 % der Gesamtfläche Deutschlands) können für die Erzeugung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen genutzt werden. Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Gesamtfläche in Europa beträgt im Schnitt 57,1 %. Die Spanne reicht dabei von 80 % in Irland bis
3,1 % in Norwegen.

Es hat den Anschein, dass in Deutschland der Wert des Bodens sehr gering geschätzt wird, obgleich die landwirtschaftliche Nutzfläche gerade in Deutschland von vergleichsweise hoher Qualität ist. Planer und Verwaltung, aber auch Politik tun immer noch so, als sei dieses wertvolle Land im Überfluss vorhanden. Das Gegenteil ist der Fall:

Boden ist ein nicht vermehrbares und knappes Gut!

Die Konkurrenz um landwirtschaftlich nutzbare Böden hat sich in den letzten Jahren erheblich verschärft.
Die Ansprüche an landwirtschaftlich genutztem Boden nehmen Jahr für Jahr zu.

Allzu oft werden landwirtschaftliche Flächen leichtfertig nur als Verfügungsmasse für andere Nutzungsansprüche betrachtet. So wächst die Inanspruchnahme für Verkehrs-, Naturschutz-, Wald- und Wasserflächen nach wie vor. Trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und politischer Willensbekundungen zur Eindämmung des Flächenverbrauchs liegt er allein für Siedlung und Verkehr in Deutschland schon seit Jahren bei 100 ha pro Tag. Von der politischen Zielsetzung, den Verbrauch auf 30 ha pro Tag zu begrenzen, sind wir weit entfernt.

Nur durch ausreichende landwirtschaftliche Fläche in den gemäßigten Zonen werden in Zukunft ausreichend Lebensmittel für eine wachsende Weltbevölkerung und nachwachsende Rohstoffe für den Klimaschutz erzeugt werden können.

Wer die Abholzung des Regenwaldes in fernen Ländern verurteilt, darf vor dem täglichen Flächenverbrauch hier bei uns die Augen nicht verschließen, zumal wir daran selbst und unmittelbar etwas ändern können.

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18.01.2010 00:00 Alter: 4 Jahre